14. Juni 2009
Dieser Artikel ist meine Teilnahme am "WissensWert Blog Carnival Nr. 5: Warum twitterst Du eigentlich?" von Jochen Robes. Das Thema ist Twitter, doch warum "ist" Twitter?
Dieser Artikel Twitter ist "in". Immer mehr machen mit. Warum eigentlich? Was kann man in 140 Zeichen überhaupt mitteilen? Doch kommt es darauf an? Wenn man nur sagen will, dass man "da" ist? "With Twitter I’m never far from my people", hat Andrew McAfee vor einigen Wochen geschrieben, und vielleicht ist es genau das. Was uns interessiert: Wie wird Twitter eingesetzt? Was gibt man, und was bekommt man zurück? Hat Twitter einen Nutzen und, wenn ja, wie kann man ihn beschreiben? Welche Möglichkeiten schlummern noch in Twitter und hat Twitter eine Zukunft?
Warum twittere ich also? Was bringt es mir und welche Erfahrungen mache ich mit Twitter?
Doch wie nähere ich mich den Antworten dieser Fragen? Welche Form der Antwort wähle ich? Soll ich einen klassischen Aufsatz schreiben mit "a) Einleitung b) Hauptteil c) Schluss"? Soll ich die gar nicht mehr so innovative Form eines subjektiven Blogartikels wählen? Soll ich...
Schluss mit dem "soll ich..."! Ich brainstorme und jamme mit mir selbst:
- Weil ich gerne Neues erfahre
- Twitter ist wunderbar unstrukturiert, und doch entwickeln sich Strukturen und Netzwerke darin und damit - ich verstehe sie nur nicht
- Weil ich nicht Unternehmen sondern Menschen glaube
- Der Mensch machts
- Ich lerne Menschen kennen, und Menschen lernen mich kennen
- Menschen sind Gespräche
- Neues und Ungewohntes erkunden durch "Weak Ties" aus derselben Stadt, vom Unbekannten auf der Konferenz, von der Person von Down Under
- Twittern ist schnell: Schnell etwas (aus)sagen, schnell etwas lernen, schnell korrigiert werden, schnell den Link auf Intensives erhalten
- 140 Zeichen erzwingen das Wesentliche
- Wahre Twitterer sind authentisch
- The Twittersum never sleeps
- Das Kollektiv erweitern, von und mit dem Kollektiv lernen und das Kollektiv lernen
- Das Kollektiv als Korrektiv erfahren getreu dem Motto "Wahrheit und Irrtümer" von Karl Popper
- Twitter ist spontan, macht dadurch reich an Erfahrungen und anderen Kulturen. Wer länger als 2 Minuten über seinen Tweet nachdenkt zensiert
- Weil ich schon immer Astronaut werden wollte, nicht konnte, aber ich jetzt Mark und Mike followen kann
- Weil die Hoffnung vielleicht nicht erfüllt wird, aber sie und ihre Erfüllung so möglich wie kaum zuvor sind
- Twitter ist eine einzige riesige Jamsession. Twitter ist Demokratie und Chaos. Twitter ist ein Kollektiv. Twitter ist der Flow
140 Zeichen
Falls Sie es noch nicht bemerkt haben sollten: Keine meiner Antworten hat mehr als 140 Zeichen - und dieser Satz hat nur 137 Zeichen :-)
11. Juni 2009
Die Digitale Avantgarde ist "der Masse" in der Nutzung der digitalen Möglichkeiten voraus. Auf dem CoreMedia Open Space trafen sich über einhundert CoreMedianer, Partner, Freunde und Interessierte zum offenen Austausch. Die Interviews zur Mediennutzung auf dem Open Space zeigen mir: Das Neue und Fremde nimmt zu. Wir gehören zur Digitalen Avantgarde. Ich bin dabei. Ich bin der Feind.
Am 29. Mai war ich zusammen mit über einhundert anderen Teilnehmern in Hamburg im Kampnagel zum CoreMedia Open Space (COS09). Erstmalig waren es diesmal mehr externe als interne Teilnehmer: Etwa 70 Externe und etwa 50 Interne. Wieder war es bemerkenswert, wie sich völlig Fremde innerhalb kürzester Zeit zu einem Kollektiv fanden und über fachliche und persönliche Dinge austauschten.
Zu Beginn des Open Space interviewten sich die Teilnehmer in Zweierpaaren gegenseitig zur Mediennutzung:
- Wie hat sich dein Mediennutzungsverhalten in den letzten 2 Jahren verändert?
- Wie stellst du dir die Medien der Zukunft vor.
Die Antworten dokumentierten wir auf Metaplanwänden. Mark Michaelis hat jetzt im CoreMedia Blog die Antworten zusammengefasst und die Fotos der Wände dazugehängt. Ein kurzer Anriß:
(weiter)17. April 2009
Heute morgen erfuhr ich durch Twitter etwas über Boehringer Ingelheim: Boehringer Ingelheim twittert. Boehringer ist ein großes Pharmaunternehmen in Familienbesitz und prägt als
Großunternehmen die Stadt Ingelheim und die Region.
Pharmaunternehmen und dann noch in Familienbesitz? Dies und meine bisherige Wahrnehmung Boehringers (ich wohne in Schwabenheim nur wenige Kilometer entfernt) prägte meine Sicht auf Boehringer. Zwar ist Boehringer sehr engagiert (z.B. mit den Internationalen Tagen), aber für mich erschien Boehringer in der Kommunikation eher traditionell. Doch der Schein scheint zu trügen.
Denn ein Tweet von "Ahoibrause" Willms Buhse lies mich aufhorchen:
RT @tglassner: RT @fschenck: Boehringer Ingelheim is taking Twitter seriously - http://tinyurl.com/csa3qq
Tatsächlich weist der Link auf einen Artikel auf Pharmafocus ("Boehringer Ingelheim takes the lead on Twitter"), der einen Überblick auf die Haltung und die Kommunikation Boehringers zu den neuen Social Media gibt:
But Boehringer Ingelheim has taken the bold decision to take part in the online conversations and communities, and is blazing a trail for pharma in the new media.
Boehringer twittert seit November 2008 und nähert sich Sozialen Netzwerken. Doch verdeutlicht der Artikel auch, was tatsächlich hinter dem ganzen Hype zu Twitter, Bloggen, Social Software und Social Media steht: Menschen.
The company began using Twitter in November 2008 and Pharmafocus can reveal that the face behind the company's Twitter profile is John Pugh, Boehringer's director for global corporate communications/external communications.
"I've been on Twitter myself for a while, but initially wasn't sure how relevant it was as a corporate communications channel," says Pugh. "But by experimenting with it and understanding it, we began to see it as a way of communicating our corporate messages."
Letztendlich dreht sich der Artikel um Boehringer und um John Pugh. Und ich behaupte: Ohne John Pugh würde Boehringer nicht twittern und sich nicht so aktiv den neuen Medien nähern. Der Mensch machts. Die Zeiten des "fire and forget" von Anzeigen, Broschüren und Pressemitteilungen sind schon fast vorbei. Jetzt geht es um Gespräche:
Pugh says Boehringer has come a long way since the early days when it used the site mainly to publicise links to press releases. The company now sees Twitter as an effective way to communicate with its stakeholders and join in discussions.
Denn Menschen sind Gespräche. Überall. Jederzeit. Oder, wie es im Cluetrain Manifesto steht:
The party’s already started. You can join or not. If you don’t, your silence will be taken as arrogance, stupidity, meanness, or all three. If you’re going to join, don’t do it as a legal entity or wearing your cloak of officialdom. Join it as a person with a name, a point of view, a sense of humor, and passion.
Boehringer Ingelheim, John Pugh, hat sich entschlossen, mitzumachen ("to join"). Ich würde mich freuen, den Menschen zu sehen oder zu lesen, der Boehringer twittert. Ein Hinweis im Profil wäre schön. Der Twitterstream zeigt, dass Boehringer nicht nur spricht, sondern auch zuhört und Gespräche führt. Ich folge jetzt John Pugh aka Boehringer auf Twitter.
Ich habe übrigens jetzt einen Termin am 21. April. Ich werde bei der jährlichen Pressekonferenz von Boehringer Ingelheim dabei sein. Live. Via Twitter.
Boehringer Ingelheim to live tweet their annual press conference, 21st April 2009. All updates to be tagged #BIAPC09
[ @Boehringer ]
Nachtrag
Darauf hätte ich eigentlich gleich kommen müssen: @JohnPugh twittert unter seinem Namen.
14. Oktober 2008
Wer wird die Unternehmen zukünftig führen? Wer weiß Bescheid?
If you are ready to manage organizations in the future but don't know what Facebook, Twitter and Friendfeed are, then you ought to learn.
Und wo stehst Du?
We've all heard of the quote "Nothing can stop an idea whose time has come", right?
The flip side of that quote is "If you're not on the right side of that idea - you won't be around"
[ Mehr bei Gautam Ghosh: Social Media and Organizations ]
Ich weiß, auf welcher Seite ich bin. Auf welcher seid Ihr?
29. September 2008
Gestern startete ich auf dem BarCamp Stuttgart die Session "Politik 2.0 und Social Media" (Tag: "Politik2.0"). Die Idee dazu kam mir am Samstag bei der Vorstellungsrunde, als sich für mich überraschend einige Teilnehmer mit den Tags "Politik", "Grüne" oder "SPD" versahen. Heiner Wittmann hielt am Samstagnachmittag eine Session zu Politik und Blogs in Frankreich. In Frankreich tickt (nicht nur) die politische Netzkultur anders. Bereits da kam es zu Diskussionen über Politik in Deuschland.
Gestern Nachmittag leitete ich zunächst mit Vorbemerkungen in die Session ein; danach gingen wir direkt in eine intensive Diskussion über.
Vorbemerkungen
Zum Bundestagswahlkampf 2005 gab es erste neue Anfänge der Parteien und der Medien im Netz, die sich hauptsächlich auf Blogs konzentrierten. Ich war beispielsweise einer von fünf Bürgerbloggern, die auf dem Bürgerblog des WDR den Bundestagswahlkampf begleiteten. Nach der Bundestagswahl hörten fast alle Aktivitäten schlagartig auf. So war das Blog von Brigitte Zypries plötzlich nicht mehr erreichbar und verweist inzwischen auf den normalen Webauftritt.
Dieses Jahr jedoch steigt die Sichtbarkeit von Politikern wieder an - zu einem Großteil vermutlich durch die Aktivitäten in den USA. Für mich war der Twitter-Dialog von Hubertus Heil und Reinhard Bütikofer auf dem Democratic National Convention in Denver ein Schlüsselerlebnis. Mittlerweile twittert auch Volker Beck, Grüner Bundestagsabgeordneter und Erster Parlamentarischer Geschäftsführer.
Diskussion
Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv, erfrischend und inspirierend. Die Aspekte und Argumente waren sehr vielfältig. Ich versuche hier, einige davon ungeordnet aufzulisten:
- Politiker sind auch nur Menschen
- Spitzenpolitiker haben einen vollen Terminplan und können nicht nur socializen.
- Politiker wollen auch ein Privatleben haben.
- Bürger wissen das (s.o.) und erwarten nicht, dass Polititker ständig und über private Details erzählen, das können auch gar nicht leisten.
- Social Media ist zeitaufwändig für Politiker
- Social Media kann Zeit sparen (z.B. direkter Kontakt mit und Nachfrage bei einem Politiker ohne drei Stunden für Fahrt und Termin im Büro des Abgeordneten verbringen zu müssen.
- Social Media kann "Hierarchien" in Politik überbrücken (von Basis zu Spitze und umgekehrt)
(Anmerkung: aber auch Silos) - Bürger erwarten durch Social Media eine größere Nähe und aktuelle(re) Informationen
- Es geht eigentlich nicht (nur) um die "Promi-Politiker", sondern auch um den Politiker aus der eigenen Gemeinde, Stadt, Wahlkreis etc.
- Die politische Basis soll kommunizieren.
- Spitzenpolitiker können durch ihre Aktivitäten andere zu Social Media motivieren.
- Bürger erwarten persönliche Meinungen von Politikern und keine Textbausteine von der Partei / Regierung.
(Anmerkung: Ich äußerte meinen Eindruck, dass 90 Prozent der Antworttexte von einigen Politikern auf Abgeordnetenwatch.de aus Textbausteinen bestehen) - Politiker erwarten, dass Bürger ihnen mitteilen, was konkret von ihnen erwartet wird.
(Anmerkung: Erste Hinweise könnt Ihr, liebe Politiker 1.5, dieser Liste entnehmen) - Die breite Masse ist nicht auf Twitter oder anderen Social Media, aber Multiplikatoren tummeln sich dort.
- Die Entwicklung zu den elektronischen Massenmedien (Radio, Fernsehen) hat zur einseitigen Kommunikation durch Broadcasting geführt.
(Anmerkung: Al Gore beschreibt in seinem Buch "Angriff auf die Vernunft" sehr gut die Veränderung der politischen Diskussionskultur in den USA) - Guter Versprecher: "Bundestagssession"

- Social Media ist nicht nur Twitter (z.B. sind einige Grünen auf Facebook aktiv)
- Social Media / Netzaktivitäten müssen nachhaltig sein.
- Social Media Aktivitäten dürfen nicht nur zu reinen Kampagnen verkümmern.
- Eine "Partei 2.0" ist eine super Idee (z.B. partei20.mixxt.de, netzverbesserer.mixxt.de)
- Politik kann durch das Web verändert werden
- Keiner kannte eine zentrale Übersicht zu Politik 2.0 Aktivitäten (z.B. ein Wiki mit Links zu Abgeordneten 2.0, Plattformen o.ä.)
- Politik 2.0
sollmuss weiter verfolgt werden!
Am Ende vereinbarten einige von uns, Hinweise, Seiten, Blogartikel etc. mit dem Tag "Politik2.0" zu taggen. Existierende Beispiele:
- http://delicious.com/tag/politik2.0
- http://www.mister-wong.de/tags/politik2.0/
- http://technorati.com/tag/politik2.0
Meine Liste ist unvollständig und möglicherweise gefärbt durch meine persönliche Sichtweise. Ich würde mich freuen, wenn andere (Teilnehmer vom BarCamp oder generell Leser hier im Blog) die Liste in den Kommentaren ergänzen würden. Auch gerne subjektiv (solange netiquett und nicht ausfallend etc.).
Vielen Dank an alle Teilnehmer und insbesondere an die Twitterer, auf deren Notizen und Hinweise ich zurückgreifen konnte: @ha75, @hensch, @jokerine, @mwhiegl, @roadkill, @Zellmi. (habe bestimmt jemanden vergessen).
Nachtrag (29.09.2008)
Alexandra Graßler hat mich im Kommentar auf einen Ihrer Artikel mit Links zum Thema hinwewiesen: Politik und das Internet - eine Nachlese zum Vortrag bei der FES (FES = Friedrich-Ebert-Stiftung).
Blöderweise sehe ich ihre Kommentare zwar im IntenseDebate Dashboard - aber nicht hier unter dem Beitrag :-( Vielleicht liegt es daran, dass sie TinyUrl verwendet hat, aber ich kann die Kommentare nicht moderieren / freigeben...
19. September 2008
Auf dem doch deutlich anzug-krawatten- und kostümgeprägten SAS Forum Deutschland am 16. und 17. September gab es Ungewohntes: Es wurde über den Tellerrand geschaut und "geopenspact".
Über den Tellerrand geschaut: Learning to change - change to learn: Business und Intelligence im Web 2.0
Lutz Berger (edu-tainment), Steffen Büffel (media-ocean) und ich hielten einen Workshop und ließen die Teilnehmer über den Tellerrand schauen. Meine beiden Parts waren das Intro zum Thema Collaboration und ein Rundumschlag zu Corporate Culture. Unsere Zuschauer waren interessiert, machten sich Notizen, und auch anschließend erhielten wir noch positives Feedback. Das macht Spaß!
Meine begleitenden Folien zur Session liegen auf Slideshare:
Die beiden Videos aus YouTube gibt es direkt kostenlos dazu
[ Direktlink: Wikis in Plain English ]
[ Direktlink: The Machine is Us/ing Us (Final Version) ]
Open Space
Spaß machte auch der Open Space am Mittwoch (17.07.2008). Durch einen Time Tunnel ging es auf den hell erleuchteten Platz mit Flipcharts und Sitzkartons. Nach einer Einführung ging es los - und die Leute trauten sich sehr schnell. Die Badges mit Namen und Firma waren zurückgeblieben, und es wurde über die Zukunft diskutiert. Die Regeln:
- Die, die da sind, sind die Richtigen.
- Alle Meinungen sind gültig.
- Folgen Sie Ihrem Interesse.
- Alle Informationen aufschreiben.
- Zeiten einhalten.
Impressionen vom Open Space
[ Direktlink: First Impressions Open Space von edu.punk TV ]
Und von mir die Zusammenfassung unseres Themenkomplexes "Berufliches Leben vs. Privates Leben":
[ Direktlink: Teilnehmer Feedback Nr. 1 von edu.punk TV ]
Weitere Videos und Informationen in der Nachbereitung gibt es auf dem
18. September 2008
Das Notizblog der Social Web World Plattform ruft zur Abstimmungauf. Im Rahmen des Community SUMMIT 2008 pitchen Community-basierte Geschäftsmodelle auf bei dem Community IGNITE. Die Bewerber sind:
- BookRix
- DocInsider
- elinckia.com
- Justaloud.com
- Roadbeat.com
- six groups
- Smaboo
- smoodoos
- SnipClip
- sofatutor
- stockflock
Anscheinend gibt es Probleme mit der Poll-Extension, die für die Abstimmung vorgesehen war, aber schließlich gibt es ja Blogs
. Deswegen
Daher möchte ich kurz hier mal für ein Voting für die IGNITE-Kandidaten aufrufen: Jeder hat drei Stimmen, die er per Kommentar an diesem Beitrag abgeben kann.
Als Incentive verlose ich drei Freikarten für den Community SUMMIT im Wert von 990 EUR unter allen Kommentatoren … also los!
Hier gehts zur Abstimmung:



