6. Mai 2007
Kyle Mathews empfiehlt Unternehmen, auf ein Wiki zu setzen und nennt 3 Gründe ("Get a Wiki: Why Your Organization needs a Wiki", freie Übersetzung aus dem Englischen von mir):
- Jeder kann mitmachen
Wikis verflachen die Hierarchien und erleichtern den Informationsfluss. Glänzende Ideen können von überall aus dem Unternehmen kommen. Wikis lassen jedermann teilnehmen und helfen, die besten Ideen hervorzubringen. Wikis machen es einer großen Zahl von Menschen (Mitarbeitern) einfach, zusammen zu arbeiten ("collaborate").- Eine Wikipedia für Ihre Organisation
Genau so wie Wikipedia die Informationen der gesamten Welt dokumentieren, so wird Ihr neues Wiki der Informationsspeicher für das Wissen Ihrer Organisation. Wie einfach ist es in Ihrem Intranet Informationen zu finden? Ändern Sie dies mit einem Wiki. Alles von rechtlichen Dokumenten über Besprechungsnotizen, Projektarbeiten, Bildern Ihrer letzten Feier kann und sollte in Ihrem Wiki gespeichert werden. Ein Wiki ist ein großartiger Platz das ganze "Zeugs", das Ihre Organisation generiert, in einer einfachen und auffindbaren Art zu speichern. Nachtrag: Befreie Informationen aus den Zwängen der Inbox (Posteingang). (Danke an Carsten für die Übersetzung des letzten Satzes, siehe Kommentare. Klingt gut so, andere Meinungen?)- Geringe Kosten
Obwohl es jede Menge kommerzielle Wik-Unternehmen gibt (die es lieben Ihnen ein Wiki zu verkaufen und einen guten Job machen) - es gibt keine Entschuldigung nicht einfach in die Wiki-Welt einzutauchen mit der riesigen Auswahl verfügbarer freier Open-Source Software Wikis. Enthusiastische Wiki-Liebhaber von der ganzen Welt haben sich zusammengefunden, um unternehmenstaugliche Wiki Software zu erstellen. Mein Favorit ist TWiki aber hören Sie nicht auf dort zu stöbern. Die WikiMatrix ist ein einfacher Weg, um einen Überblick der vielen verfügbaren Wikis zu gewinnen.
Tausende Organisationen benutzen Wikis. Lesen Sie Erfolgsgeschichten von Kunden die TWiki, Socialtext, oder Confluence
Persönliche Anmerkungen
Zu 1.: Kommunikation und Zusammenarbeiten auf Augenhöhe 
Zu 2.: Projektverzeichnisse und Präsenationen, die doch keiner durchforstet oder liest. Persönliche Emails an einen Verteiler von 10 Kollegen (die sich nicht für das Projekt interessieren oder nach einem halben Jahr das Unternehmen verlassen). Leblose Intranetseiten mit Projektdarstellungen inklusive angehängter PDF- oder (schlimmer) Word-Dateien. Und wenn Mitarbeiter etwas wissen wollen, dann schauen sie auf Wikipedia nach
Also warum nicht gleich eine "Wikipedia" im eigenen Hause?
Zu 3.: Wie hoch ist die IT-Kostenquote Eurer Unternehmen? Ich kenne Euer Unternehmen nicht, aber ich kenne die Antwort: Zu hoch! Sie ist nämlich immer zu hoch, und in jedem Unternehmen wird nach Lösungen gesucht und über Outsourcing nachgedacht (irgendwann einmal immer). Also gebt den Mitarbeitern etwas, das einfach und eine gute Lösung ist. Es muss nicht immer ein riesiges über mehrere Monate geplantes und mit Meilensteinen versehenes Software- und Implementierungsprojekt sein, das eh überzogen wird. KISS and do it yourself!
Persönliche Erfahrungen (DokuWiki)
Ich persönlich benutze DokuWiki, das für kleine überschaubare Wikis super ist. Für die Dokumentation von Projekten, Systemen etc. ist es gut geeignet - unter anderem, weil alles in Textdateien abgelegt wird und auch ohne Datenbank im Notfall von der Dateisicherung zu lesen ist. Ein WYSIWYG-Editor dazu wäre super, der fehlt noch. Zu viele Otto Normalsurfer haben mit der Wiki-Syntax ihre Probleme.
Für umfangreiche Wikis mit viel Mediendateien würde ich vermutlich ein anderes Wiki nehmen, da hatte ich aber noch keinen Bedarf. Welche Erfahrungen habt Ihr mit Wikis, vielleicht sogar in Unternehmen, gemacht?
Auszug: Dass ein Firmen-Wiki, meiner Meinung nach, eine Bereicherung für ein Unternehmen ist, hatte ich bereits in meinem Artikel “Das Wiki als Werkzeug im Unternehmen” beschrieben. Heute habe ich zwei weitere interessante Artikel gefunden, d...
Datum: 17. Mai 2007, 17:19
gribs
"grips" heißt so etwas wie "Zange". Damit soll der Satz wohl bedeuten: Befreie Informationen aus den Zwängen der Inbox (Posteingang).
Ich kann jetzt natürlich auch völlig daneben liegen.
geschrieben von Carsten Pötter | 6. Mai 2007, 17:42Danke
Hallo Carsten,
das klingt gut so und stimmig. Habs mal so im Artikel eingetragen. Danke!
geschrieben von Frank Hamm | 6. Mai 2007, 20:33MediaWiki
Erstmal danke für den Link. Der Artikel spricht mir aus der Seele :)
Wie setzen seit knapp 2 Jahren ein Wiki auf Basis von MediaWiki ein. Damit kann man zwar nicht alle Sachen abbilden, die im Unternehmen vielleicht wünschenswert wären (z.B. ein Berechtigungskonzept), aber dafür kommen die meisten Leute mit der Oberfläche schnell klar, da sie sie halt schon von der Wikipedia kennen.
Ich denke auch, dass Wikis in Unternehmen ein gutes Hilfsmittel sind. Innerhalb der 2 Jahre haben wir mit ca. 10 Leuten fast 2.500 Artikel erstellt. Eine gute Quote, wie ich meine... Ich denke, dass das mit "klassischen" Tools für das Wissensmanagement etc. nicht funktioniert hätte!
geschrieben von Stefan | 7. Mai 2007, 11:01Mitarbeitermix
Super, Ihr seid ja so richtig aktiv. Allerdings vermute ich mal, dass Ihr eben auch sehr IT-affin seid :-)
Der Mitarbeitermix spielt sicher eine große Rolle. Bei KMUs funktioniert das wahrscheinlich "irgendwie" von selbst, wenn der Mix stimmt und eine kleine Gruppe einfach losläuft. Je größer das Unternehmen, desto wichtiger wird es, dass "von oben" mit- und vorgezogen wird.
geschrieben von Frank Hamm | 7. Mai 2007, 12:27Vorleben
Also bei uns haben wir einfach mit 2-3 Leuten "vorgelebt", was man mit dem Wiki machen kann, und wie man es richtig nutzt. Wir haben gerade zu Beginn alles Mögliche im Wiki erfasst und gleich korrekt kategorisiert usw. Das hat meines Erachtens mehr gebracht, als die Vorgabe "von oben", das Wiki zu nutzen. Die Mitarbeiter haben nach einer gewissen Zeit eingesehen, dass es von Vorteil für sie selbst ist, das Wiki zu nutzen.
Ich muss auch sagen, dass das Wiki gerade für wenig technikbegeisterte Mitarbeiter gut funktioniert, da es halt sehr einfach zu bedienen (besonders mit WYSIWYG) und äußerst schnell ist.
Allerdings muss eine gewisse Struktur vorgegeben werden, um kein heilloses Durcheinander zu erstellen, durch das am Ende niemand mehr durchblickt...
geschrieben von Stefan | 7. Mai 2007, 14:15


