4. April 2007
In vielen Unternehmen heißt das Intranet ganz einfach: "Intranet". Jeder Mitarbeiter weiß schließlich, in welchem Unternehmen er arbeitet (die Willensfrage wird hier explizit ausgeklammert). Tatsächlich? Warum dann eine Marke für ein Intranet, warum ein Intranet "branden"?
Andererseits haben Unternehmen als ganzes auch eine "Corporate Identity", ein "Corporate Design" und vieles mehr, was Unternehmen als Marke den Kunden und auch den Mitarbeitern gegenüber gesamthaft und einzigartig erscheinen lassen soll.
Warum also sollten Unternehmen ihr Intranet branden, und ihre Mitarbeiter sich mit "ihrem" Intranet identifizieren? Das Digital Web Magazine gibt Antworten in "IntraBranding: Why Your Intranet Needs Its Own Personality":
- Give design elements a site-wide consistency, creating a strongly unified look and feel—this develops a sense of teamwork and equality among different departments.
- Create a dynamic identity and community for the workforce. Even if elements of the intranet include prominent corporate messaging, goals, etc., this is the employees‘ environment, and if they don’t use the site, it quickly diminishes in value.
- Define the intranet’s main objectives and intended use. Intranet branding can help communicate to employees how the organization expects them to use it, and what they can use it for.
- Provide a benefit to current and prospective employees. An intranet that has an integrated social networking value will appeal to new generations of employees whose internet experiences have made them expect higher standards from web communities.
- Build a permanent foundation for employees. An intranet’s lifespan can extend even further than the careers of many employees. While the organization itself may be buffeted by external forces, be restructured, or even be sold to another corporation, the intranet may provide a sense of stability and community.
[ via Column Two ]
Ich habe auch noch ein paar Antworten parat. Aus dem Cluetrain Manifest, Thesen 44 bis 47:
- Typischerweise installieren Unternehmen Intranets "Top-Down", um ihre Mitarbeiter-Richtlinien und andere Unternehmensinformationen zu verbreiten. Im Gegenzug geben die Mitarbeiter ihr bestes diese Inhalte zu ignorieren.
- Intranets neigen dazu, Langeweile zu umgehen. Die besten entstehen "bottom-up" von engagierten Individuen die kooperieren, um etwas viel wertvolleres zu erschaffen: eine intravernetzte Kommunikation innerhalb des Unternehmens.
- Ein gesundes Intranet organisiert die Mitarbeiter im wortwörtlichen Sinne. Sein Effekt ist radikaler als jede Firmenphilosophie.
- Während sich die Unternehmen davor fürchten, sind sie gleichzeitig abhängig von offenen Intranets, um das entscheidende Wissen zu generieren und zu teilen. Sie müssen dem Drang wiederstehen diese vernetzte Kommunikation zu "verbessern" oder zu kontrollieren.
Einfach ausgedrückt: Mitarbeiter müssen in ihr Intranet hinein und mit ihrem Intranet arbeiten wollen. Sie müssen sich in Ihrem Intranet wohlfühlen und Spaß daran haben.
Ansonsten haben sie den Spaß lieber woanders. Beispielsweise in der Teeküche, auf dem Flur oder pünktlich nach 17:00 Uhr im Biergarten in der Straußwirtschaft (sorry für die Korrektur, aber ich bin Rheinhesse) nebenan.
- Contentmanager.days 2007 mit Intranet und Web 2.0
- Intranet Manager und Teams: Was man lesen sollte
- Virtuelle Welten als Plattform für Online Meetings und Collaboration im Intranet
- Internationalisierung des Intranets mit einer Master-Informationsarchitektur bei einem Markenartikelhersteller (Update)
- Contentmanager.days 2007 Review
Ach ja.
Als wir für die Abteilung ein CMS bekommen haben und ich fragte, wie es denn hieße, erhielt ich als Antwort: "CMS".
Leider wird bei unserer Firma immer noch der größte Wert darauf gelegt, dass die Seiten die Organisationsstruktur abbilden, dass alles Top-Down passiert...
geschrieben von Klaus | 5. April 2007, 00:31Eben
Eben, genau das lässt ein Intranet "vor sich hin dämmern".
Dann zieht These 44: Im Gegenzug geben die Mitarbeiter ihr bestes diese Inhalte zu ignorieren.
geschrieben von Frank Hamm | 5. April 2007, 04:22


